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Hausboote in Berlin – Floating Home

Januar 22, 2011

Werden endlich auch Hausboote und Bungalowboote Berlins Stadtbild bestimmen? Wann kommen Floating Homes?

Überarbeitet im Juni 2011!

Hausboote Winter 2011 Berlin TU-Berlin

Hausboote Winter 2011 Berlin TU-Berlin

Diesen Blick muss man am Berliner Tiergarten genießen. Zugegeben, dieses Iphone-Foto gibt nicht viel her. Aber es zeigt zumindest, dass das alternative Wohnen in Berlin auch auf dem Wasser gegeben ist. Irgendwie frage ich mich, ob die Schiffseigner dieser Ausbau-Hausboote vielleicht die Studenten von vor 20 Jahren sind, die in ausgedienten THW-LKW’s oder Feuerwehrfahrzeugen vor der UDK, damals Hochschule der Künste genannt, als Dauerparker geduldet campierten? Zumindest fällt mir erst jetzt als einer der unpolitischen Alumni’s beider Bildungsinstitutionen an der „Allee“ Straße des 17. Juni auf, dass die ausrangierten und „umverwendeten Nutzfahrzeuge“ da nicht mehr zu sehen sind. Ich denke mal, dass sich die Gemeinde alternatives beziehungsweise kreatives Wohnen vom Dauerparkplatz zum Dauerliegeplatz veränderte. Es müssen an die 10 Boote sein, die da vor Anker liegen. Zum Teil ehemalige Lastkähne mit durchdesignten Aufbauten. Nicht ganz so schick wie Townhouses, aber durchaus idyllisch auf dem Wasser. Also Wohnschiffe mit Duldungsrecht des Berliner Bauamtes. Schlitten und Kinderräder sind zu sehen. Ganze Mehrgenerations-Familien sind dort zu finden.

Am Wasser in Berlin wohnen im Hausboot / Bungalowboot

Aber genau das Ambiente direktes Wohnen am und auf dem Wasser ist interessant genug für Berlin mit seinen vielen Wasserstraßen im Stadtzentrum. Gut, Amsterdamer Verhältnisse werden wir nicht erreichen. Das Amsterdamer Stadtbild ist geprägt durch Grachten mit den alten Stadthäusern (neu Townhouses per definitione) und den davor ankernden Hausbooten. Aber Berlin könnte sich dahingehend positiv verändern, wenn an der Fischerinsel, am Nordhafen des Spandauer Schifffahrtkanales oder noch zentraler am entstehenden Humdoldthafen direkt am Hauptbahnhof da Liegeplätze für Wohnschiffe geschaffen werden. Empfohlen wird der Test per Familienurlaub bzw. Hausbootcharter im Vorfeld des Immobilienerwerbs. Neu im Netz taucht dafür gerade ein Berliner Startup auf. Yachtico.com Hausboote & Bungalowboote als eigenständige Rubrik der Suchmaschine für Boote soll ausgebaut werden. Eventuell für Hausboot- oder Bungalowboot-Investoren die Chance, das Invest zur Miete oder als Charter anzubieten, wenn das notwendige „Kleingeld“ vorhanden ist. Bungalows auf dem Wasser gibt es schon unter 50.000 EURO gebraucht. Hausboote können neu die halbe Million im Neupreis übersteigen. Gentrifikation auf Berliner Gewässern sollte kein Thema sein.

Bootefinder Yachtico.com Hausboot Bungalowboot Yachtcharter

Bootefinder Yachtico.com Hausboot Bungalowboot Yachtcharter

Im Deutschen Architekturforum postet User „Konstantin“ am 20.03.2010 zurecht für diesen Abschnitt des Spreekanales: „Hoffentlich muß die arme St. Gertraud künftig nicht mehr über eine achtspurige Straße schauen … . Die Friedrichsgracht mit Gertraudenbrücke Richtung Nord. Was wäre dieser Abschnitt des Spreekanals nur mit Hausbooten und Cafés…“

Die Berliner Städteplaner setzen mittlerweile schon auf Wasser inmitten des Zentrums. Die städtebaulichen Entwicklungspläne Europacity an der Heidestraße sehen einen Sportboothafen vor, der noch auszubaggern ist. Die direkte Verbindung zum Humboldthafen soll die Schifffahrt für Touristen aktivieren und bietet Platz für „schwimmende Restaurants“. Das 33.500 Quadratmeter große Becken am Humboldthafen verbindet die Spree mit dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal zum gesamten Wasserstraßennetz Berlins. Berliner Schiffahrttradition wird dadurch reaktiviert. Der Güterumschlagplatz auf dem Wasser wurde während der Bauzeit des Kanals (1848 bis 1850) angelegt.

Zukunft der Liegeplätze in Berlin

Was nun passen würde in Berlin Mitte? Der Sportboothafen der Europacity ist geplant. Am Humboldthafen werden irgendwann Touristen direkt vom Hauptbahnhof (nur 20 Minuten vom Gate des Berliner Grossflughafens!) kommend eine Art Wassertaxi nutzen können oder in die schwimmenden Restaurants Berlin einkehren. Am Nordhafen aber sollten die neu aufkommenden Bungalowboote eine Steeganlage als Liegeplatz finden neben dauerhaft dort liegenden Hausbooten. Es gibt genug Platz dort. Für die zu charternden Bungalowboote wäre der Nordhafen eine gute Base passend zu Berlin’s neuer Motel-Kultur im Zentrum. Die neuen Townhouse-Bewohner vom Hafenquartier Mitte am Nordhafen und dem Stadtquartier Am Pankepark würden sicherlich dieses maritime Beleben im Scharnhorstkiez tolerieren.

Derzeit gibt es weder Regelungen noch Richtlinien bei den Stadtvätern in Berlin. Genehmigungen für die nur zu pachtenden Liegeplätze können eine Ewigkeit dauern. Die 10 bis 12 Wohnschiffe am Treptower Park verlieren gerade ihren Liegeplatz, da der Eigentümer des Areales anderweitig plant. Noch gibt es keine Alternative, auch wenn die Bootsbesitzer bereits seit geraumer Zeit den Senat zum Handeln auffordern. Bei gerade mal 25 registrierten Nutzungen im WSA, Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, wird den Fans von Wohnschiffen und Hausbooten zur dauerhaften Nutzung damit regelrecht das Wasser abgegraben.

Die Pacht für das Wegerecht wird an das WSA Berlin durch den Bootseigentümer abgeführt und beträgt laut einem n-tv-Artikel außerstädtisch 1,02 Euro pro Quadratmeter Bootsfläche, in zentraler Lage 1,53 Euro. Ungefähr 25 bis 30 Hausboote soll es in Berlin geben, die ohne Genehmigung auf dem Wasser liegen. Offiziell müssen Zufahrtsweg, Post, Müllabfuhr, Stromanschluss und Wasserversorgung geregelt sein. In Hamburg dagegen wurden 75 Liegeplätze bestimmt, die zunehmend erschlossen werden.

Preise der Wohnschiffe und Wartung

Für einen als Wohnschiff aufgebauten Lastenkahn und als gebrauchtes Hausboot deklariert, sollte der Einsteiger schon mit 30.000 EUR rechnen. Eine Schwimmramme bzw. Schwimmponton mit ca. 100 Quadratmetern zum Aufbau als Hausboot ist gerade bei Ebay in den Kleinanzeigen für 16.000 EUR zu finden. Vielleicht ein Anhaltspunkt zur Preisfindung für den Unterbau bei Selbstbau. Hausboote spezialisierter Werften können schon um die 400.000 EUR im Neupreis kosten. Das AQ 1500 F als Familienversion mit 2 Schlafräumen von Aquare kostet in der Vollausstattung laut Preisangabe vom 20.06.2011 auf der Webseite 449.000,00 EUR. Bungalowboote, wie sie derzeit im Lausitzer Seenland zu sehen sind, sollten ab 50.000 EUR aufzutreiben sein. Allerdings sind auch die Anschlüsse für die Versorgung (Strom, Wasser, Gas, Telefon) zu kalkulieren für dauerhafte Liegeplätze. Schnell kommen da noch einmal 25.000 bis 30.000 EUR zu den eigentlichen Pachtgebühren der öffentlichen Behörden dazu. Eventuell will der Vermieter des Wassergrundstückes noch eigene Mietzahlungen erwirken. Die „grosse“ Wartung unter der Wasserlinie auf dem Trockendeck durch spezialisierte Werften für Wohnschiffe und Hausboote muss eventuell auch noch berücksichtigt werden. Bei neuen Hausbooten wird die erste Wartung nach 25 Jahren als realistisch angesehen.

Floating Houses / Floating Homes Humboldtinsel

Wie und als was nun genau die Projekte des Anbieter „floating houses“ eingestuft werden hinsichtlich der Liegeplätze, das lies sich im Netz derzeit nicht recherchieren. Drei Jahre sollen bereits die Verhandlungen zur Bebauung der Humboldtinsel laufen. 12 schwimmende Häuser sollen dabei entstehen. Ob die nun als Seehaus, Hausboot, Floating Home oder anders bezeichnet werden, das scheint noch offen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung soll einer 50-jährigen Pacht mit Option zur Verlängerung um 30 Jahre zugestimmt haben. Das Projekt gibt Hoffnung an der Humboldtinsel in Berlin Tegel (www.humboldtinsel.de) und verspricht ein angenehmes „living at the waterfront“. Mit den Steghäusern, Seehäusern, Floating Houses, Hausbooten oder Floating Homes – wie auch immer bezeichnet – soll der Bau im Sommer 2011 beginnen und 18 Monate dauern.

Werften und Anbieter von Hausbooten

Aquare Schiffbau: www.aquare.eu/

Mobile-Hausboote.de: www.mobile-hausboote.de

Kuhnle Werft (auch gebrauchte Hausboote): www.mein-boot.eu

Kontakt: Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin

Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin

Adresse:
Mehringdamm 129 (Platz der Luftbrücke)
10965 Berlin
oder
Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin
Postfach 610357
10926 Berlin

Telefonnummer: +493069532-0
Faxnummer: +493069532-201
E-Mail: wsa-berlin@wsv.bund.de

Nicht verpassen! Boot Düsseldorf 22. bis 30. Januar www.boot.de Sonderausstellung „Revitalisierung einer Segelyacht“ – mit Kurzvorträgen zu „floating homes“ und „Innenausbau von Schiffen“.

Weiterführende Links:

Webkatalog Bellnet seit 1995 aktiv mit Kategorie Hausbooturlaub Deutschland
Berliner Wohnschiffe am Treptower Park / Alt Stralau verlieren Liegeplätze laut Morgenpost Berlin

Content by Ron Aron Hillmann @yachtico – Twitter: http://twitter.com/yacht8charter

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